Bevor wir zum Historic Triangle kommen, dass wir heute besucht haben, noch ein kurzes Update zu unseren Aktivitäten gestern.
Als erstes haben wir uns von unserem Hotel aufgemacht, den Weg zurück auf den Skyline Drive zu finden. Wir hatten ja bereits im Dunkeln nach einer Unterkunft suchen müssen, und sind dabei ziemlich weit gefahren. Am Morgen riss uns aber erst mal der Reissverschluss eines Koffers. Zum Glück war der Walmart gleich in der Nähe, und dieser ist ja bekannt dafür, alles anzubieten. Die Qualität hat uns im ersten Moment jetzt mal nicht interessiert, und wir sind tatsächlich auch fündig geworden. Das Problem erst mal gelöst waren wir eine Stunde später wieder auf dem Skyline-Drive unterwegs. Es entstand bei uns der Eindruck, dass über Nacht bereits einige Bäume etwas an Farbe gewonnen haben. Wahrscheinlich könnte man im Moment jeden Tag wiederkommen, und es würde täglich bunter werden. Wir genossen also die restlichen 40 Meilen und die vielen Aussichtspunkte bei strahlendem Sonnenschein.
Nachdem wir den Shennandoah National Park verlassen hatten, machten wir uns wieder auf nach Osten. Diesesmal haben wir einen grossen Teil auf Neben- und lokalen Hauptstrassen zurückgelegt. Die Gegend ist absolut Traumhaft schön und die Strassen sind in einem erstaunlich guten Zustand.
Am Abend sind wir dann bereits in Williamsburg angekommen und haben uns hier eine schöne Suite mit Whirlpool zu einem günstigen Preis geleistet.
Übrigens, wer mal in den USA einfach so auf gut Glück rumfährt und nach Unterkünften sucht, es gibt einiges Wissenswertes über Hotels, Motels und wie man diese findet.
Also, als erstes gibt es auf den grossen Interstate Highways (blau-rot angeschrieben) immer wieder so genannte “Visitor Centers”. Das ist nichts anderes als eine Autobahnraststätte. Hier finden sich Couponhefte für vergünstigte Motelübernachtungen in der ganzen weitern Region, manchmal sogar im ganzen Staat. Wenn man dann noch nicht weiss, wo man raus will; an jeder Ausfahrt steht angeschrieben, welche Hotels, Tankstellen und Restaurants in der unmittelbaren Nähe der Ausfahrt zu finden sind. Selbstverständlich findet sich all dieses auf den normalen Haupt- und Schnellstrassen NICHT. Da bleibt nur der Besuch in einem lokalen Visitor Center, die es aber in sehr vielen Orten gibt.
Jedes Motel erlaubt einem, wenn man nicht vorreserviert hat, den Raum anzusehen und unverbindlich zurück zu geben, falls man Ihn nicht nutzen will. Unbedingt muss man darauf achten, ob das Frühstück inklusive ist, und in welchem Ausmass man dieses erhält. Das kann von Kaffee und Brötchen bis hin zu einem kompletten Frühstück mit Eiern, Speck und Müsli sein. Apropos Kaffee. Der typische, amerikanische Kaffe kommt aus der Filtermaschine und ähnelt sehr stark einer verdünnten Plörre. Starbucks ist eine absolut empfehlenswerte Alternative!
So, zurück zu unserer Reise. Nach unserem kompletten Frühstück haben wir uns ins Historic Triangel gestürzt. Das Historic Triangle beinhaltet drei historische Stätten, die wir auch nacheinander besucht haben. Es handelt sich dabei um Jamestown, Williamsburg und Yorktown.
Jamestown ist die erste, permanente Siedlung, die von Europäern erstellt wurde. Die Engländer landeten mit 3 Schiffen und 104 Männern und Jungen (keine Frauen) im Jahr 1607 hier. Jamestown ist eine in einem Meeresausläufer geschützte Insel ca. 100 Km vom offenen Meer entfernt. Heute ist die Siedlung eine Ruine, weil Sie im Rahmen einer Revolution um 1683 niedergebrannt wurde, und damals bereits andere Siedlungen an optimaleren Orten entstanden waren. Heute noch werden auf Jamestown Ausgrabungen gemacht und es werden immer noch Relikte aus der damaligen Zeit gefunden, und selbstverständlich auch aus der Zeit deutlich vorher, die noch von den Indianern stammen.
Interessant ist auch, dass die ersten Schwarzen hier auf die Insel kamen, und zu Beginn als Gleichberechtigte galten, bevor die Sklaverei eingeführt wurde…

Ein Skelettartiger Nachbau zeigt, wo das Hauptgebäude im ersten Fort auf Jamestown war. Die Palisaden entsprechen jedoch der Realität, wie es damals ausgesehen hat.

Die Ruinen von 3 Reiheneinfamilienhäusern auf Jamestown. Jedes hatte eine vorgeschriebene Grundfläche von ca. 80 Quadratmetern.

John Smith war die treibende Person hinter dem Aufbau der Siedlung und der erste Gouverneur von Virginia.
Auf Jamestown kann man auf einem langen Pfad über die Insel – Nein, nicht gehen, denn wir sind ja in Amerika – fahren, und sich die Gegend mit vielen Überbleibseln aus der damaligen Zeit ansehen. Auch gibt es eine riesige Fauna und Flora, wenn man mal anhält und ein paar Schritte weit geht. Hier sahen wir wild lebende Schildkröten und Krebse in allen Grössen. Den Weisskopfseeadler haben wir aber nicht gesehen, obwohl er hier leben soll…

Auf der Insel Jamestown ziehen sich Sumpfgebiete durch die Landschaft. An den Ufern dieses Wassers sieht man viele kleine, weisse Punkte. Jeder Einzele entspricht einem Krebs zwischen 5 und 15 Zentimeteren.
Weiter ging es nach Williamsburg. Diese Stadt war die erste, zentrale, grössere Siedlung in der damaligen Zeit. Das Interessante an dieser Stadt ist das Stadtzentrum, das sich über mehrere Quadratkilometer erstereckt und im authentischen Stil gehalten wird, inklusive den Mitarbeitern in den diversen Werkstätten, die in der damaligen Kleidung gekleidet sind und sich mit dem damaligen Handwerk beschäftigen. Direkt neben dem Areal befindet sich eine Shoppingmall, die im ähnlichen Stil gehalten ist. Wir haben erst im Inneren dieser Anlage gemerkt, dass wir uns durch einen Nebeneingang hineingeschlichen haben, und keine Besuchertickets hatten. Also haben wir uns kurz umgesehen, ein paar Fotos geschossen und uns danach wieder hinaus geschlichen. Wir hatten genug gesehen und wollten nicht noch einmal von Vorne beginnen, also haben wir zugunsten von Yorktown verzichtet.

Auch die gehobenere Einkaufsmeile in Williamsburg ist in authentischen Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert untergebracht.
Zwischen Jamestown, Williamsburg und Yorktown gibt es einen etwa 30 Kilometer langen Parkway, der nur für die Verbindung dieser Stätten ist, und wirklich durch eine wunderschöne Gegend führt. Da es auch durch viel Wald geht, haben wir auch wieder viele Tiere gesehen, heute, neben den bereits bekannten, fast in Greiffweite grasenden Rehen auch noch Graugänse und Geier.

Zwischen Jamestown und Yorktown finden sich viele solche und ähnliche Ausblicke. Eine wirklich schöne Landschaft.
Yorktown war ein verschlafenes Hafenstädtchen, als um 1780 die Amerikaner mit den Franzosen die letzten Briten in diesem Teil Amerikas angriffen, um im Rahmen der Amerikanischen Revolution die Freiheit zu erlangen. Die Briten verschanzten sich in Yorktown und wurden von den Amerikanern und Franzosen unter Beschuss genommen. Nach einigen Tagen kapitulierten die Briten vor der Übermacht und besiegelten somit die Unabhängigkeit der USA.
Wenn man das Geschichtliche mal beiseite lässt, ist es extrem beeindruckend, wie viele Stellungen und Wälle noch erhalten sind und gepflegt werden. Auch Eindrücklich ist die Ausdehnung der ganzen Kriegsmaschinerie, mit allen Rückzugsgebieten, Vorratslagern und Feldlazaretten. Auch hier konnten die ganzen Besichtigungspunkte abgefahren werden…

Das sahen die Briten in Ihrer letzten Stellung in Yorktown… vermutlich noch mit etwas mehr Pulverdampf…
Nach so vielen Touren durch den geschichtlichen Hotspot der USA haben wir uns auf den Weg nach Norfolk in unser Hotel gemacht. Unterwegs wurden wir von einem wundervollen Sonnenuntergang aus dem Tag verabschiedet.
Wir können nun im obersten Stockwerk unseres Hotels in Norfolk die Aussicht geniessen und freuen uns auf Morgen, den Morgen ist Shopping angesagt.
Bis bal.