Tja, ein laaanger Tag. Wir sind den ganzen Weg von Norfolk nach New Bern gefahren. Das waren um die 360 Meilen (ca. 580 Km) bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 50 Meilen/Stunde (ca. 80 Km/h). die Strecke führte uns aus Norfolk heraus in Richtung Outer Banks. Und ohne es zu planen oder zu wissen, sind wir unterwegs auf die erste Attraktion gestossen. Nun, ich weiss nicht, wie viele von Euch sich noch an die Monstertruck-rennen erinnern können, aber dieser war einer der Ersten und Grössten. Noch heute ist Gravedigger aktiv in diesem Rennsport tätig und wir konnten die Fabrik und das Trainingsgelände kostenlos besichtigen.
Nach diesem ungeplanten Stop ging es weiter auf unserem Weg auf die Outer Banks. Die ganzen Inseln sind eigentlich nichts anderes, als breite Sandbänke. Heute sind sie ein Tourismuszentrum mit vielen Hotels und noch mehr Ferienvillen und -Wohnungen. Kein Wunder bei den langen Stränden und dem milden Klima. Sie befinden sich etwa auf der Höhe von Sizilien, sind also das ganze Jahr über warm. Und weil sie direkt am Atlantik liegen, ist sehr oft schönes Wetter – dafür geht immer ein angenehmer Wind. Wenn wir gerade vom Wetter sprechen; wir haben hier um die 30 Grad gehabt, perfektes Cabrio-Wetter also. Und das geniessen wir auch!

Im Hintergrund erkennt man die Outer Banks. Ein beliebtes Ziel für Wohlhabende mit eigenem Haus und für sehr viele Hobbyfischer.
Mitten auf den Outer Banks fand der erste Motorflug der Gebrüder Wright statt. Selbstverständlich haben wir auch hier in diesem National Monument Park einen Halt gemacht.
Danach ging es weiter. Erst wollten wir die ganze Strecke über die Outer Banks fahren, um dann mit der Fähre überzusetzen, aber es gab Probleme mit der Fähre und sie hatten am Mittag bereits mehrere Stunden Verspätung. Also haben wir uns doch für die Inlandstrecke entschieden. Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung.
Auf einer Insel zwischen Outer Banks und Festland gibt es noch etwas Bemerkenswertes, die so genannte “Lost Colony”. Hier wurde bereits im Jahr 1597 eine grössere Kolonie gegründet. Diese ist jedoch nach ein paar Jahren spurlos verschwunden, und es konnte damals nicht das Geld aufgebracht werden, weiter danach zu suchen. Es ist bis heute also unklar, was mit diesen 107 Menschen, rund 10 Jahre vor der Besiedelung in Jamestown, passiert ist. Alles was übrig blieb waren ein paar Holzpalisaden. Heute steht an diesem Ort eine grosse Gartenanlage und – selbstverständlich – ein Visitor-Center, denn es handelt sich ja ebenfalls um einen National Monument Park. Ein Wort noch zu diesen Parks. Es gibt unglaublich viele dieser Parks. Viele davon sind kostenlos oder sehr günstig. In den Historischen Parks gibt es in den Visitor-Centers immer kurze Filme, die die Geschichte an diesem Ort anschaulich erklären. Danach hat man viel ein besseres Veständnis für die Anlagen und kann sich besser ein Bild machen. Wirklich eine tolle Sache.
Weiter ging es aufs Festland.
Tja, wer jetzt denkt, diese Gerade Strecke über die Brücke wäre eine Ausnahme, der war scheinbar noch nie in den USA unterwegs. Wir sind etwa zwei Stunden lang fast ausschliesslich geradeaus gefahren. Hin und wieder gab es eine leichte Biegung, aber sonst nur schnurgeradeaus.
Am Ende des Tages sind wir über den Neuse River in New Bern angekommen.

Bei dieser Stimmung sind wir in New Bern angekommen. Das Städtchen ist gleich rechts am Ende der Brücke.
Wir haben eines der Top-Hotels bekommen – nahezu zum halben Preis. Eigentlich wollten wir nur fragen, was ein Zimmer kostet. Nachdem uns der Preis mitgeteilt wurde, wollten wir uns freundlich verabschieden. Wir wurden zurückgehalten und uns wurde ein tieferes Angebot gemacht. Das war uns auch zu hoch, und so wollten wir in einem anderen Hotel fragen. Wir wurden wieder zurückgehalten, und uns wurde ein noch besserer Preis angeboten, so dass wir eben in einem der Tophotels untergekommen sind, und das an einer Toplage… und wir wollten nicht mal handeln! Super Sache.

Unser Hotel in New Bern. Wir haben ein Zimmer mit Blick auf den Fluss bekommen. Das erste Hotel übrigens mit Balkon.
Gleich neben dem Hotel lag ein Restaurant, das auf einem Pier aufs Wasser gebaut ist. Wir haben einen Tisch direkt am Wasser bekommen, ein unglaublich tolles Essen mit einem guten Wein und dazu die Aussicht auf den sich im Wasser spiegelnden Mond. Es war unheimlich romantisch. Wir haben das Essen zu unserem Candlelight Dinner ohne Candles erklärt und so sehr genossen… Danach landeten wir in einer der beiden lokalen Bars und sind dort von den Einheimischen ständig zu neuen Drinks eingeladen worden. Dementsprechend schwierig war heute das aufstehen…
Heute ging es dann am Nachmittag zum Sightseeing, wobei, soviel Sightseeing gab es nicht. Das ganze Städtchen ist sehr schön und es gibt viele älter aussehende Backsteingebäude, aber das Highlight ist der Governors-Palace.
Um den Gebäudekomplex ist ein grosser Garten mit viel Liebe zum Detail angelegt. Überall sind kleine Backsteinwege durch verschiedene Bereiche des Gartens angelegt. Hier und dort finden sich immer wieder schöne, römisch angehauchte Statuen.
Übrigens heisst New Bern so, weil die Stadt von einem Urberner, einem der Grafenrieds gegründet wurde. Sie haben damals sogar die Flagge übernommen, wobei im Laufe der Zeit das Geschlecht immer kleiner wurde, bis es gänzlich Unsichtbar wurde, so haben wir in der Schweiz eben das Männchen, und hier haben Sie das Weibchen.
Auf dem Parkplatz des Governor-palace haben wir ein Polizeifahrzeug gesehen, und da mussten wir natürlich fragen, ob wir ein Foto machen dürfen.

Man beachte bitte das Detail im vorderen Bereich der Zeichnung. Ganz klar, die weibliche Version des Berner Bären…
Die Freundliche Officer Heckman hat uns dann gleich noch mit auf die Polizeistation genommen, wo wir eine private Führung durch das Polizeirevier bekommen haben, wir durften einen Teil der Hundestaffel des Ortes kennenlernen und bekamen noch ein Demovideo Ihrer Arbeit gezeigt. Und dann bekamen wir noch ein paar Batches, die Sie auf Ihrer Uniform haben als Andenken. War auch ein super Erlebnis, einmal etwas ganz Anderes!
Morgen geht es weiter in Richtung Süden, mal sehen was uns als nächstes erwartet…